In Love with - nein, dank - einem Spaniel

In Love with - nein, dank - einem Spaniel

MiDoggy hat in der Blogparade dazu aufgerufen eine Geschichte zu schreiben wie die Hunde zu einem gefunden haben.

 

Heute erzähle ich auch also die Geschichte von Rocky, wie er den Weg in unsere WG gefunden hat. Naja, eigentlich war er der zweite Grundstein für unseren „Hundehaufen“.

Resi lebte bereits einige Zeit bei mir und es klappte gut, dass sie bei meinen Eltern blieb, während ich arbeiten ging. Nach und nach kam der Wunsch nach einem zweiten Hund auf, damit Resi auch jemanden zum Spielen und Kuscheln hat.

So kam es, dass ich im Tierheim nachfragte, ob sie nicht einen Gefährten für Resi hätten. Erst wurde es verneint, bis eine Mitarbeiterin meinte, dass es da ja noch den kleinen Spaniel gäbe, der im Moment auf einer Pflegestelle untergebracht wäre. Alterstechnisch fast so alt wie Resi, allerdings in einem jämmerlichen Zustand und zuckerkrank.

Es war klar, dass meine Neugierde und mein Mitleid gleichermaßen geweckt wurden. Ich ließ mir also die Telefonnummer der Pflegestelle geben und habe auch am gleichen Nachmittag noch angerufen.

Am Telefon begrüßte mich ein leicht mürrischer Herr, der mir in den buntesten Farben sämtliche Krankheiten des kleinen Hundes ausmalte. Das war mir egal, ich wollte diesen kleinen Hund einfach kennenlernen.

Ein paar Tage später haben wir also einen Termin im Tierheim vereinbart und im Quarantäneraum saß ein kleiner, abgemagerter, aber extrem fröhlich-freundlicher King Charles Spaniel und freute ich über meinen Besuch. Das kleine Bündel war nur noch Haut und Knochen und ich bis über beide Ohren verliebt.    

Nach einem langen Gespräch mit dem Pflegeherrchen – er war immer noch äußerst bestrebt, mir diesen kleinen süßen Hund auszureden – wurde also ein Termin zur Vorkontrolle bei mir vereinbart und noch ein zweiter Termin, weil sich die Hunde ja erstmal auf neutralem Terrain kennenlernen sollten.

 

Ein paar Tage später habe ich also Resi ins Auto gepackt und mich auf den Weg zum Tierheim gemacht, um das Pflegeherrchen und Rocky zu treffen. Resi war wenig begeistert, weil sie das Tierheim nicht unbedingt noch einmal aus der Nähe sehen wollte, aber die Begrüßung von Rocky war umso herzlicher. Sie hat den kleinen Spaniel auch gleich in ihr Herz geschlossen und sofort beschlossen, dass der kleine klapprige Kerl beschützt werden muss.

 

Nach einem kurzen Spaziergang ging es zurück ins Tierheim, wo ich dann die Selbstauskunft ausfüllen durfte. Nun war es besiegelt, wenn die Vorkontrolle passt, dann darf Rocky zu mir kommen. Also, gleich einen Termin zur Vorkontrolle ausgemacht und mit einem breiten Grinsen im Gesicht nach Hause gefahren.

 

Zu diesem Zeitpunkt habe ich mir immer noch nichts dabei gedacht, dass das Pflegeherrchen mich immer wieder darauf hingewiesen hat, wie anstrengend so ein kranker Hund sein kann und wie sehr mein Leben mit einem Hund mit Diabetes eingeschränkt ist. Ich wollte diesem kleinen Kerl ein Fürimmerzuhause geben und basta!

 

Nach der Vorkontrolle war es klar, dass ich Rocky kriege. Ich hätte schreien können vor Freude, bis der kleine Wermutstropfen kam. Rocky dürfte erst nach Weihnachten einziehen, weil er über Weihnachten noch beim Pflegeherrchen bleiben sollte, da noch ein Tagesprofil wegen der Diabetes erstellt werden sollte. Nach einer traurigen Minute dachte ich mir nur, na gut, dann wird es eben ein verspätetes Weihnachtsgeschenk, aber Rocky kommt zu uns.

 

Am 27.12.2010 war es soweit und das Pflegeherrchen hat Rocky samt einem ganzen Bündel Bettchen, Decken, Futter und natürlich dem Insulin und den Spritzen gebracht. Er hat mir alles erklärt und auch gesagt, dass ich jederzeit anrufen oder eine E-Mail schreiben dürfte, wenn ich nicht klar käme. An diesem Abend saßen wir sehr lange an meinem Küchentisch und haben uns unterhalten. Über Rockys Geschichte, über unsere Hunde und über das Leben an sich.

 

In den ersten Tagen lief alles prima mit Rocky, aber trotzdem habe ich jeden Tag meinen Statusbericht an das Pflegeherrchen per E-Mail geschickt. Hatte ich es mal vergessen, kam gleich die Frage, ob alles gut klappt. Und so kam es, dass ich mit Resi und Rocky jeden Abend gemütlich auf der Couch saß, Rocky schön in seine Kuscheldecke eingekuschelt, und von Tag zu Tag mehr und mehr mit dem Pflegeherrchen geschrieben habe.

 

Nach einiger Zeit haben wir uns dann verabredet, weil das Pflegeherrchen Rocky mal wieder sehen wollte und ich auch Rockys Ziehpapa Beethoven, den Retriever vom Pflegeherrchen, kennenlernen wollte. Hui, das war ein lustiger Spaziergang. Rocky hat sich riesig gefreut, Resi hat Beethoven erstmal den Marsch geblasen und ihm erklärt, wie man sich als Retriever von Welt in Gegenwart einer Dame verhält und dann ging es ab über Felder und Wiesen.

 

Tja, und so kam eins zum anderen und irgendwann hat es Klick gemacht und aus dem Wunsch nach einem zweiten Hund wurde auf einmal eine kleine Familie: Resi, Rocky, Beethoven, das Pflegeherrchen – also Michael – und ich.

Bei uns hieß Amor eben Rocky und hatte keinen Pfeil, sondern putzige Schlappohren und bezaubernde Augen. Und glaubt mir, er war bis zur letzten Minute seines Lebens mega stolz darauf, dass er uns zusammengebracht hat. Jetzt flitzt der kleine Kerl mit Beethoven über die grünen Wiesen im Regenbogenland und ich bin mir sicher, dass er jeden Tag einen Blick auf uns wirft, um nach dem Rechten zu sehen bei seiner kleinen Familie, die er zu dem gemacht hat, was sie heute ist.

 

P.S.: Mein Mann hat mir bis heute noch nicht verraten, welche wüsten Flüche er nach meinem ersten Anruf ausgestoßen hat. Für ihn war klar, dass er Rocky behalten würde und dann kam ich . ;-)

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